Viele Eltern sind überzeugt davon, dass ihr Kind die Schule auch ohne Nachhilfeunterricht bewältigen wird. Schließlich seien es ihrer Meinung immer nur wenige Schüler, die Nachhilfe benötigen. Diese Annahme ist ein Irrtum, denn laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung erhalten insgesamt 14 Prozent der deutschen Schülerinnen und Schüler – unabhängig von ihren Schulnoten – im Alter zwischen sechs und 16 Jahren Nachhilfe. Das sind rund 1,2 Millionen Schüler. Für ihre Kinder geben Eltern jährlich insgesamt rund 879 Millionen Euro für private Nachhilfestunden aus, was einem monatlichen Durchschnitt von 87 Euro entspricht. Nach Möglichkeit nehmen viele Schüler auch die kostenfreie Nachhilfe an manchen Halb- und Ganztagsschulen wahr.
Während der Grundschulzeit bekommen knapp fünf Prozent der Schüler Nachhilfe – meist in Mathematik oder Deutsch. Denn vielen Schülern fällt der Wechsel vom Kindergarten auf die Grundschule schwer. Dazu gilt es, nicht nur aufmerksam zuzuhören. Die Kinder müssen sich außerdem auf wechselnde Fächer, einen neuen Lehrer und teils fremde Mitschüler einstellen und neue Bindungen eingehen. Ferner haben die Kinder Hausaufgaben auf, die sich nicht immer alleine lösen können. Bereitet das Erledigen der Hausaufgaben Schwierigkeiten, ist es auch in den ersten Schuljahren nötig, eine Förderung in Anspruch zu nehmen.
Steigende Anzahl an Nachhilfe-Schülern in höheren Klassen
Die Zahl den nachhilfenehmenden Schüler steigt mit den fortschreitenden Schuljahren stark an. Den meisten Nachhilfebedarf gibt es an Gymnasien, bei denen circa jeder fünfte die zusätzliche Unterstützung in Anspruch nimmt. Wichtig ist es natürlich, den Leistungsabfall des eigenen Kindes frühzeitig zu bemerken und rechtzeitig nach einer Lösung zu suchen. Auf diese Weise entstehen Wissenslücken nicht über mehrere Schuljahre hinweg, sondern können schnell geschlossen werden.
Das am meisten nachgefragte Nachhilfefach ist Mathematik, eines der unbeliebtesten Fächer und von vielen Schülern auch als „Hassfach“ bezeichnet. Dem schließen sich Fremdsprachen wie Englisch, Französisch und Latein an. Aber auch im Fach Deutsch benötigten viele Schüler Nachhilfeunterricht. Die Studie der Bertelsmann Stiftung zeigt, dass viele Kinder im Laufe ihrer Schulzeit Nachhilfestunden in Anspruch nehmen. Die Ursachen für einen Nachhilfebedarf sind dabei sehr vielfältig. Nachhilfe generell sollte allerdings temporär stattfinden und keine Dauerlösung sein.